Meisterwerk aus dem Mittelalter

Die Steinerne Brücke in Regensburg

15. Januar 2016.Christina.1 Like.0 Comments

Hätten Sie es gedacht? Betritt man die Steinerne Brücke in Regensburg, betritt man gleichzeitig die älteste erhaltene Brücke Deutschlands, die lange Zeit als einziger Donauübergang zwischen Ulm und Wien galt. Erbaut wurde sie zwischen 1135 und 1146 im Auftrag reicher Kaufleute – und mit der Hilfe eines berühmten Förderers: Heinrich dem Stolzen, einstiger Herzog von Bayern.

Heinrich der Stolze ist jedoch nicht der einzige Herrscher, der mit der Steinernen Brücke verbunden ist: Konrad III., Herzog in Franken und König im römisch-deutschen Reich, brach hier 1147 – also knapp ein Jahr nach Fertigstellung – zum zweiten Kreuzzug auf, gut 42 Jahre später tat dies Kaiser Friedrich I. Barbarossa zum dritten Kreuzzug.

Über die Jahrhunderte trotzte die Steinerne Brücke Kriegen, Hochwasser, Wind und Wetter und hat dadurch ihr Aussehen leicht verändert. Von ehemals drei Türmen ist heute nur noch einer erhalten, zahlreiche ehemals ansässige Mühlen sind verschwunden. Ein wesentliches Detail hat die Zeit jedoch überdauert: das Bruckmandl, eine Figur, die am höchsten Punkt der Brücke aufgestellt ist und ursprünglich wohl die Freiheitsrechte der Freien Reichsstadt Regensburg gegenüber dem Bischof und dem Herzog von Bayern symbolisierte.

Im Sommer 2014 wurde die Statue allerdings entfernt, um sie im Rahmen der umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Brücke zu restaurieren. Das Großprojekt soll 2017 abgeschlossen sein und das Bruckmandl an seinen angestammten Platz zurückkehren.

Einfach sagenhaft

Natürlich umweht ein so historisches Bauwerk wie die Steinerne Brücke in Regensburg auch ein Hauch Sagenhaftes: So soll es zwischen dem unbekannten Baumeister und seinem Konkurrenten, der für den Regensburger Dom verantwortlich zeichnete, zu einer Wette gekommen sein, wessen Werk wohl als erstes vollendet wäre.

Der Brückenbauer fackelte nicht lange und schloss einen Pakt mit dem Teufel. Jedoch nicht, ohne einen hohen Preis zu bezahlen: Die ersten drei Seelen, die über die fertige Brücke schritten, sollten ihm gehören.

Der Teufel hatte jedoch nicht mit der List des Erbauers gerechnet, der einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke schickte. Als Beweis für die Wut des Teufels ob der Täuschung soll die bis heute weithin sichtbare Wölbung in der Mitte der Brücke, die er vergeblich zu zerstören versuchte, gelten.

Ein Blick in die Geschichtsbücher offenbart allerdings: Tatsächlich wurde mit dem Neubau des Regensburger Doms erst 1273 begonnen – also über 100 Jahre später als bei der Steinernen Brücke.

Steinerne Brücke Regensburg / Stadt Regensburg Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Hier finden Sie die Steinerne Brücke in Regensburg

  • Die Brücke besteht aus 16 Bögen (davon 14 sichtbar)
  • Erbaut aus Grün- und Kalksandstein aus der Umgebung von Regensburg
  • Länge: 336 Meter
  • Mehr Infos unter www.regensburg.de

Bildrechte (c) Stadt Regensburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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